Asbest ist raus- wie nun weiter? Teil 2

Warum Teil 2? Weil  eine Korrektur notwendig ist, es Erfreuliches

und weniger Erfreuliches gibt.

Wie mittlerweile zu erfahren war, ist nicht aller Asbest raus, sondern im Obergeschoß befindet sich noch ein beträchtlicher Anteil eingebunden in Säcke hinter versiegelten Fenstern und wartet auf den Abtransport.

Erfreulich ist, dass unser Beitrag weit über 1000 Leser hatte. Mit den wenigen Kritikern können wir leben und mit den Kommentaren  im Internet auch.

Weniger erfreulich ist die neue Verzögerung des Abrisses. Sie entsteht weil, die Einreicher des durch die Rechtsaufsicht als unzulässig erklärten Bürgerbegehrens, wie Herr Winkler u.a., Widerspruch beim Verwaltungsgericht in Dresden eingelegt haben und der Bescheid des Gerichtes noch aussteht. Wird der Widerspruch abgewiesen, bleibt ihnen noch die Klage beim Verwaltungsgericht. Dieser Rechtsweg steht ihnen selbstverständlich offen. Ob damit aus der Brandruine das von ihnen angestrebte sozio-kulturelle Zentrum für Seifhennersdorf wird, das ist eine ganz andere Frage. Genauso wie die Frage, ob es gebraucht wird.

Zur eigenständigen Beurteilung durch die Bürgerinnen und Bürger sollen hier deshalb noch ein paar Fakten aufgeführt werden.

„Es gibt in unserer Stadt einige „Schandflecke“. Wir nennen als Beispiel das Kino, den Kretscham und die Herrenmode an der Rosa-Luxemburg-Straße. Hier müssen Lösungen gefunden werden, die einen Abriss ausschließen.“ So stand es im Wahlaufruf der UBS 1999. Was ist daraus geworden? Der Kretscham wurde bekanntlich 2011 abgerissen und der Abriss der Herrenmode beschlossen, dafür fehlt seit langen nur noch der Fördermittelbescheid. Oder ist der Antrag nicht mehr gültig? Wohl gemerkt beide Abrissprojekte wurden mehrheitlich von einem UBS dominierten Stadtrat beschlossen.

Beim Kino ist die Geschichte um ein Vielfaches länger und verwirrender. Es gibt dazu seit 2007 bis Februar 2016 13 Beschlussvorlagen und 3 Bauberichte. Mit dem Beschluss 112/ 2007 wurde festgelegt, das Kino „zu erwerben und komplett zu revitalisieren.“. Dann war lange Ruhe und von einem Förderverein und einem Aufbauprogramm nichts zu hören. Im Beschluss 66/2011 vom 15.09.2011  mit Mehrheit der UBS im Stadtrat hieß es dann, dass das Grundstück Nordstraße 14 für 12.500 EUR gekauft wird und „Entsprechend der Stadtentwicklungskonzeption ist der Abriss des leer stehenden ehemaligen Kinos geplant“. Am 24.05. 2012 wurde mit 11+1 Stimmen, also auch mit Zustimmung der Bürgermeisterin, die Vergabe der Planung des Abrisses an die Dr. Nette GbR mit BV 54/2012 festgelegt(Amtsblatt Nr. 4/2012).

Alle nachfolgenden Beschlüsse plädierten mehrheitlich auf den kompletten Abriss. Erfolgt ist er noch immer nicht. 2014 wäre das für 82.371,38 EUR möglich gewesen (Amtsblatt Juni 2014 S.2).  Jetzt und nicht zuletzt durch das Wirken einzelner bekannter Personen kommen ca. 30.000 EUR dazu.

Wie hieß es doch so schön im Wahlflyer der UBS 1999:“Die Stadtverwaltung hat Beschlüsse des Stadtrates umzusetzen  und den Stadträten  jederzeit über die Realisierung Rechenschaft abzulegen.“  und „ … müssen Bürgerversammlungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden…“. Für die Stadtverwaltung verantwortlich ist die Bürgermeisterin und die letzte Einwohnerversammlung war am 7.10.2014. Die nächste soll am 26. April stadtfinden. Noch Fragen zum Demokratieverständnis?

2016-04-01 1

1 Antwort

  1. Sitte sagt:

    Hallo und viele Grüße aus Dresden.
    Durch Zufall bin ich auf Ihre Seite gekommen und bin mehr als erschüttert und traurig, was aus vielen Objekten geworden ist.
    Ich bin in Zittau geboren und habe viele Jahre in Seifhennersdorf gewohnt. Seifhennersdorf, diese Stadt war einst eine blühende Stadt. Wie konnte das geschehen? Das Landambulatorium war z.B. das wichtigste medizinische Versorgungszentrum, mit allem was man sich nur denken konnte, dazu Garten und Parkanlage…und wie sieht es heute aus?
    Sicher gibt es zu allem viele Gründe, aber alle sollten sich nun endlich mal an einen Tisch setzen und daran denken, es war nicht alles schlecht, man sollte nicht immer nur auf eine Person mit dem Finger zeigen, sondern auch die vielen Besserwisser sollten endlich mit anpacken und Vernunft walten lassen.
    Übrigens das Kino, es war ein wichtiger Kulturtreff…Frage: geht man so mit Kultur um?
    Traurig traurig,
    aber viele Grüße und alles Gute.
    H. Sitte

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