Zukunftswinternacht 2013

Zukunftswinternacht 2013 vom 28.12.2013 vom Bündnis Zukunft Oberlausitz

Eine interessante Veranstaltung zum aktiven Austausch über die Zukunft unserer Oberlausitz – über unsere Zukunft und die unserer Kinder! Tim Leibert (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leipziger Institut für Länderkunde) brachte es in seinem Vortrag „Sag mir wo die Frauen sind, und wo sind sie warum geblieben“ auf den Punkt: die meisten Abwanderer sind Abwanderinen mit hohem Bildungsstand, die hier vor Ort keinen qualifizierten Arbeitsplatz antreten können. Erschreckend auch die schlechte Frauenquote – erstmals viel nun auch unser Ortsname als worst case der Oberlausitz: Seifhennersdorf: Hier stehen 100 Männern lediglich 56 Frauen gegenüber.

Frau Sabine Scharfe (Dipl.Ing. Landschaftsarchitektur, seit 2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Dresdner Institut für ökologische Raumentwicklung): verdeutlichte an einem 3-gliedrigen Fallbeispiel die Willkommenskultur der Oberlausitz. Sprich: Es wurden 3 verschiedene Gründe in die Oberlausitz zu ziehen vorgestellt: man möchte gerne in einem Umgebindehaus leben, man hat sich verliebt, man hat Arbeit gefunden. Interessant waren nun die Erfahrungen. Für mich wichtiges Fazit hier: die mangelende Willkommenskultur: wie offen sind die Einwohner gegenüber Zugezogenen und warum man sich nicht auf der Straße grüßen kann.

Was mich allerdings nachhaltig beeindruckt hat, das ist der Dorfplatz 3.0 ! Eine digitale Plattform, aussehend wie eine Landkarte, auf dieser Landkarte kann man seine Projekte eintragen und Projektpartner suchen. Beispiel: ein Ort hat ein altes Umgebindehaus und sucht Partner mit welchen eine Revitalisierung dieses Hauses erreicht werden könnte – Stellenausschreibungen sind möglich, alles an Ideen ist möglich auf dieser Landkarte zu verzeichnen. Wichtig ist, dass Transparenz geschaffen wird und eine Vernetzung entsteht. Erste Erfolge bestehen bereits – obwohl die Plattform noch in der Projektierungsphase steckt. Die Macher dieser Idee, Anke Wetzel (MArchUrbandesign, Dipl. Ing. Architektur) und Sebastian Süß (MA Geschichte, Politik) sind derzeit noch am Spendensammeln zur Realisierung der Plattform, es handelt sich um € 10.000.- für die Programmierung. Weiterfinanzieren soll sich die Plattform dann durch ein Fördermittelprogramm, so dass sie für die Menschen, die ihre Ideen auf dieser Landkarte eintragen, kostenlos bleiben soll. Infos zu den Spenden über Startnext: www.dorfplatz30.de oder Facebook. Wirklich gutes Projekt, ich drück die Daumen, dass die € 10.000.- zusammenkommen und freue mich darüber, dass die Plattform in Thüringen und der Oberlausitz ihren Start findet. Macht weiter so!

Desweitern gab es einen Vortrag über die 3. Generation Ostdeutschland, sowie musikalische Einrahmung durch Rosy Rosenfeld.
Hier auch noch einmal der Link zur Nachlese mit Videoelementen: http://www.zukunft-oberlausitz.com

Brigitte Röthig

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