Zwischen- oder Endstation ??

Mobilität ermöglicht die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, öffentlichen und kulturellen Einrichtungen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur, die einen effizienten Transport von Gütern und Personen sicherstellt, ist zudem Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung und ein entscheidender Standortfaktor. Die Bevölkerungsabnahme, die intraregionale Bevölkerungskonzentration und das veränderte Mobilitätsverhalten und -potenzial stellen die Aufgabenträger des ÖPNV vor neue Aufgaben. Christoph Mehnert, stellvertretender Geschäftsführer / ZVON hat nach der Veranstaltung vom 5. Februar 2014 folgende Informationen bereitgestellt:

  1. Der Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) beschließt, den mit der Vogtlandbahn-GmbH (VBG) bestehenden Verkehrsvertrag vom 21.11.2008 für den Abschnitt (Varnsdorf –) Seifhennersdorf für den gesamten Vertragszeitraum zu erfüllen.
  2. Basis ist die Variante 3 (Abbestellung einzelner Züge; d. Verf. CM) des vom ZVON in Auftrag gegebenen Gutachtens. In Abstimmung mit der Stadt Seifhennersdorf, dem Landkreis Görlitz, der VBG und dem Infrastrukturbetreiber Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) ist ein Fahrplan zu gestalten, der Möglichkeiten einer Nachfragesteigerung bietet.
  3. Die Nachfrageentwicklung ist zu beobachten und es ist zu prüfen, schwach nachgefragte Leistungen um- oder abzubestellen.
  4. Voraussetzung für die Umsetzung der Nummern 1 bis 3 ist die Zusicherung der DRE, den Betrieb der Infrastruktur im Abschnitt Bundesgrenze – Seifhennersdorf in einer zu vereinbarenden Mindestqualität zu sichern. Die laufenden Zuschüsse (Trassenentgelte) dürfen nicht wesentlich höher als bei vergleichbaren Strecken der DB Netz AG liegen.
  5. Im Fall der Zusicherung gemäß Nummer 4 erklärt sich der ZVON gegenüber der DRE bereit, eine Bestellgarantie bis Dezember 2020 abzugeben.
  6. Die Mindestqualität gemäß Nummer 4 umfasst v. a. eine Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf durchgängig mindestens 50 km/h und die Sanierung bzw. der Umbau der Bahnübergänge Nord- und Südstraße.
  7. In Abstimmung v. a. mit DB Station&Service und der Stadt Seifhennersdorf ist der für die Stadt optimale Halteplatz im Bhf. Seifhennersdorf zu bestimmen und ggf. zeitgemäß aufzuwerten. Bei dieser Entscheidung sind die Erschließungswirkung für die Stadt und die attraktive Verknüpfung zum Busverkehr wesentliche Kriterien.“

… Wir haben uns vor einigen Wochen gemeinsam mit der Stadt die Situation am Bahnhof angesehen. Die Stadt beabsichtigt ein Unternehmen zu beauftragen, welches für die Entscheidung zum „Halteplatz“ des Zuges (entweder Ausbau des Behelfsbahnsteiges zu einem „richtigen“ Bahnsteig oder Fahrt in den vorhandenen Bahnhof) Grundlagen vorbereiten soll. Unter Einbeziehung des Landratsamtes sollen Überlegungen zur verbesserten Verknüpfung Bahn/Bus aufgestellt werden. Die DRE beabsichtigt die Strecke Seifhennersdorf – Eibau zu veräußern. Wir haben in der Vergangenheit stets erklärt, nur Züge im Abschnitt Zittau – Seifhennersdorf zu bestellen. Diese Auffassung wird im ZVON einvernehmlich geteilt. …

TRILEX – Fahrgastauswertung 2013 (Monatsauswertung)

Liberec – Hrádek Hrádek – Zittau Zittau – Varnsdorf Varnsdorf – Seifhennersdorf Varnsdorf – Rybniště
Januar 2.004 475 533 58 124
Februar 2.045 563 626

73

140
März 2.043 532 641 66 135
April 2.106 535 717 79 191
Mai 2.139 647 761 93 230
Juni 2.159 611 716 92 194
Juli 2.069 655 761 96 230
August 1.985 592 669 68 216
September 2.231 682 788 80 183
Oktober 2.253 817 784 138 251
November 2.064 616 672 138 148
Dezember (I) 2.261 658 724 154 144
Dezember (II) 2.180 739 669 161 190
Durchschnitt 2.110 619 697 95 184

zvon_statistik Die ernüchternde Bilanz: Trotz des günstigen Fahrpreises von 1,60 € bis nach Zittau nutzen im Durchschnitt nur 3 Personen pro Tag die Zugverbindung in Seifhennersdorf. Schreibt uns Eure/Ihre Erfahrungen, Meinungen und Wünsche zum Thema Mobilität hier in Seifhennersdorf!

8 Antworten

  1. Dieter Kleeblatt sagt:

    Für 1,60 € bis Zittau ist eine feine Sache.Billiger geht es nicht mehr.Trotzdem wird es nicht genutzt.
    Wo liegt das Problem?
    1. Seifhennersdorf wurde von der CDU sozialrechtlich zum Dorf abgestuft.In diesem Zusammenhang
    wurden Wohnungsmieten als sozial angemessen verfügt,zu welchen es keine Wohnungen
    gibt.Deshalb stehen so viele Wohnungen leer.
    2. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarf ist skandalös
    unzureichend.Die wenigen noch vorhandenen Kaufhallen,sind für die meisten Bürger nur mit PKW
    erreichbar.
    Wer einen PKW besitzt fährt nicht mit dem Zug.
    3. Sozial schwache Bürger,Alte und Kranke,welche sich keinen PKW leisten können,habe keine
    Möglichkeit den Weg bis zur einzigen Bahnhaltestelle zu laufen.
    4. Selbst wenn genannte Bürger die Wegstrecke zum Bahnhof überwinden,stehen sie in Zittau vor dem
    gleichem Problem,der langen Wegstrecke bis zur nächsten Kaufhalle.
    Das gleiche Problem Wegstrecke vom Bahnhof bis zur Kaufhalle besteht auch in Großschönau.
    Durch diese Gegebenheiten wird die Nutzung der Bahnstrecke bedeutungslos.
    Wer sich so wie ich, wegen der erniedrigenden Sozialpolitik,im Alter von fast 70 Jahre und nach einem Herzinfarkt nur noch kurze Strecken laufen kann oder aus anderen Gründen die Einkaufmöglichkeiten nicht erreichen kann,muss Seifhennersdorf als Wohnsitz verlassen um überleben zu können.
    Da die Industrie vernichtet wurde,das gesamte mittlere Gewerbe nur noch minimal existiert und es deshalb keine Arbeitsplätze gibt,ist Seifhennersdorf eine sterbende Stadt. Da helfen auch keine Schönheitspflaster mehr.
    Es gibt jedoch Möglichkeiten Seifhennersdorf zu retten und unser Städtchen wieder zum Mittelpunkt der Region werden zu lassen.
    Man muss nur die Schönheiten unserer Natur in unserer schönen Landschaft mit der sauberen Luft
    an der richtigen sozial wirtschaftlichen Stelle zur Wirkung bringen.
    Ich würde darüber sehr gerne,mit kompetente Bürger diskutieren.
    Meine Telefonnummer 03586 3087502

  2. John B. sagt:

    Das Züge bis Seifhennersdorf fahren ist ja schön, ich nutze dies auch regelmäßig, aber wer aus Leutersdorf oder Spitzkunnersforf kommt, dem nütz das nicht viel. (Erst mit dem Fahrrad bis Seifhennersdorf fahren, ich sprech aus Erfahrung)
    Den Abschnitt Seifnennersdorf Eibau zu „veräußern“ halte ich für keine gute Idee.

  3. Clozi sagt:

    Leider leider gibt es für Leute die kein Auto haben hier nur unzureichend Alternativen. Seit März warte ich nun Monat für Monat, dass der olle Zug wieder von Zittau nach Seifhennersdorf durchfährt, aber nüschte… Der Bahnhof verkommt, wie in so vielen Teilen Deutschlands – der Haltepunkt verkommt zur Farce, Die BAHN will an die Börse und macht alles dafür… ich finde das skrupellose Verhalten skandalös!

  4. Dr. Hartmut Jentsch sagt:

    Es fährt ein (kein) ZUG nach …
    Im Februar 2014 bemühte sich die Interessengemeinschaft „Lebendiges Seifhennersdorf“ um Verbesserungen im Nahverkehr. Die Antwort des ZVON steht im Netz und die Nachfrageentwicklung kann nicht übersehen werden. Durchschnittlich 95 Fahrgäste im Monat von und nach unserer Stadt reichen nicht.
    Wie sieht es knapp zwei Jahre danach aus ?
    Unsere Vorschläge für einen Busringverkehr wurden nicht aufgegriffen, eine Bushaltestelle bei NETTO abgelehnt und die „viel befahrene“ Buswendeschleife an der Zollstraße für 50.000 EUR zu Lasten der Stadt saniert.
    Seit 14.März 2015 gibt es keinen Zugverkehr mehr nach Warnsdorf. In der Stadtratssitzung am 17.12.2015 informierte die Bürgermeisterin, dass der Termin der Wiederaufnahme des Verkehrs auf dieser Strecke auf Februar oder März 2016 verschoben wurde. Sie berichtete auch über ihre Teilnahme an einer Beratung zu den Bahnverbindungen. So soll auch über die Wiedereröffnung der Strecke nach Eibau, der Verlegung des Haltepunktes in den Bahnhof und die Sanierung der Bahnübergänge an der Südstraße und an der Nordstraße gesprochen worden sein. Angedeutet wurde von ihr auch, dass Bundeszuschüsse für die Bahn im ländlichen Raum vor der Kürzung stehen.
    Deshalb sollten 3 Fakten beachtet und von der Kontrolle durch die Öffentlichkeit nicht ausgenommen werden:
    1. Angesichts der unklaren Lage ist eine Verlegung des Haltepunktes in den Bahnhof sinnlos und die Kosten für die Instandsetzung des Bahnübergangs an der Nordstraße von ca. 75.000 EUR sind zu vermeiden.
    2. Nach Presseberichten ist die Einstellung des Zugverkehrs zwischen Zittau und Seifhennersdorf eine mögliche Option ( SZ 16.12.2015 S.21).
    3. Die Verbesserung des Busverkehrs ist und bleibt eine aktuelle Aufgabe. Ihr sollten sich Stadtrat und Stadtverwaltung zügig stellen. Anregungen dazu gibt es auch unter : http: buergerbus-neunkirchen-seelscheid.de/busbote/ .

  5. Olaf Forker sagt:

    Moment mal, an den Zahlen da oben kann ja irgendwas nicht stimmen. Diese besagen, das wir diesen Zug nach Zittau mit unserer 6 Köpfigen Familie allein genutzt haben. Allein waren wir aber nie im Zug.
    Gerade jetzt, wo unser Neugeborenes Kind in Zittau in der Klinik liegt, brauchen wir diese Zugverbindung so sehr dringend um zwei mal Täglich die Muttermilch auf die Station zu bringen. Mit dem Bus ist das zeitlich nicht zu bewältigen.
    Also habe ich da mal selbst versucht, nachzuhaken.
    Ergebnis. Kein Ansprechpartner diese Woche erreichbar. Keinen Interessiert das. Müssen wir mal eben abwarten, ob Anfang März was entschieden wird.
    Wo eigentlich leben wir, wenn ein paar einzelne darüber entscheiden können, ob unsere kleine Stadt vom
    Tropf genommen wird oder nicht.
    Lt . tel .Auskunft liege es nur an der Genehmigung für die Grenzüberschreitung. Mit dem zuständigen Sachbearbeiter werde ich nächste Woche das persönliche Gespräch suchen.
    Sollte es wirklich nur an der Grenzüberschreitung Seifhennersdorf-Varnsdorf liegen, werden wir als Bürger der Stadt Seifhennersdorf sofort Kontakt mit der Europäischen Kommission zur Durchsetzung innergemeinschaftlichen Rechts aufnehmen.

    • Frank Wrba sagt:

      Mich würde interessieren, ob es zum persönlichen Gespräch zwischen Ihnen und dem zuständigen Sachbearbeiter gekommen ist. Falls ja, welche Gründe er für die derzeitige Sperrung der Strecke zwischen Brauerei Kocour/Varnsdorf und Seifhennersdorf genannt hat.

  6. Olaf Forker sagt:

    Danke für Ihr Interesse ,

    Tatsächlich , es gab sogar sehr viele Gespräche mit enormen Zeitaufwand bei der
    Recherche, wer da alles zuständig ist.
    Beim Zvon angefangen, über die Regionaleisenbahn (REB ), dem Eisenbahnbundesamt,
    bis zum Wirtschaftsministerium der Landesregierung Sachsen.

    Ich glaube, es würde hier den Rahmen sprengen, alle Details zu erklären aber in der
    nächsten Stadtratssitzung kann ich dazu etwas sagen und es höhren die Jenigen, die
    das Zepter in der Hand haben und auch die ehrlichen Gründe, die man hinter
    vorgehaltener Hand nennt.

  7. cieslak sagt:

    Hallo Olaf Forker, hast Du nachgehakt? Hast Du die Europäische Kommission kontaktiert? Der Bürgermeisterin war wohl zugesagt, dass ab März der Zug wieder fährt. Jetzt haben wir Mai. Was sagen diesee Leute jetzt? Hier sollte Frau Berndt dran bleiben. Und sich nicht wieder ins Leere schicken lassen. Dranbleiben!! Immer wieder!!! Von alleine wird nischt !!!!!! Da würde mich interessieren, wer diese Leute waren in dieser Beratung. Name, Adresse, Funktion. Ich würde gern selbst nachhaken. Aber da brauche ich Name, Adresse, Funktion.

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