Theater um ein Filmtheater- Tragödie oder Komödie ?

Autor:  Dr. Hartmut Jentsch
Im Stadtentwicklungskonzept von 2006, von den Stadträten damals einstimmig
beschlossen, war auch der Abriss des Kinos, das Filmtheater hieß, vorgesehen.
Deshalb erwarb die Stadt für 24.000 EURO die Ruine, die ein Brand 1998
hinterlassen hatte. Das war der Prolog.

Als der Abriss 2013 immer noch nicht Realität war, forderten, wie in der SZ vom
21.11.2013 dokumentiert, mehrere Stadträte die Umsetzung des Beschlusses
energisch ein. Dabei verdeutlichten sie auch, dass eine Initiative zum Erhalt des
Kinos sie nicht überzeugen konnte.
Am 13.12.2013 meldete die SZ nach einer Sitzung des Hauptausschusses: Kino
wird abgerissen. Die Ausschreibung dafür erfolgt im Februar oder März 2014.

In der Stadtratssitzung am 8.05.2014 gab es eine eindeutige Mehrheit zur
Beschlussvorlage (BV) 18/14. 8 Stadträte stimmten für die Vergabe Abriss
Nordstraße 14 und einen bestimmten Bieter, ein Stadtrat dagegen und einer
enthielt sich der Stimme. Der erste Akt war abgeschlossen.

Der zweite Akt bot mehrere Überraschungen. Das Kino erschien mit Eintragung
im April 2014 urplötzlich auf der Liste der Kulturdenkmale in Seifhennersdorf
mit der ID –Nummer 09305228. Es ist die Nummer, die für Seifhennersdorf als
letzte vergeben wurde. Damit war der Abriss ausgesetzt und die SZ titelt am
15.05.2014: Dresdner Behörde bremst Kino-Abriss. Stille tritt ein.

Die Mehrheit im Stadtparlament besteht auf den Abriss und fordert einen
weiteren Antrag zum Abriss zwecks Zustimmung der Denkmalsbehörden. Dazu
bedarf es neuer umfangreicher Dokumentationen und es entstehen neue
Kosten. Pause ist angesagt. Sie dauert lange.

Dann folgt der 3. Akt. Wie ein Blitzschlag geht am 22.04.2015 eine
Überraschung bei der Behörde ein, die davon ausging fast alle
Seifhennersdorfer sind für den Erhalt des Kinos. Es ist eine Liste mit 416
Unterschriften für den Abriss.

Im Juni 2015 stimmt die Denkmalbehörde dem Abriss zu. Die Angebotsfrist des
Bieters, mit deutlich verringertem Preis ist im Ablaufen. Die Dramatik nimmt
zu, den das Stadtoberhaut erklärt in der Stadtratssitzung am 18. Juni, dass sie
aus moralischen Gründen den Auftrag für den Bieter nicht unterschreiben
kann, einen Tag Urlaub nehmen wird und ein Stellvertreter unterschreiben
kann. In Urlaub wird aber nicht gegangen. Der Vorhang fällt und hinter der
Bühne blitzt und donnert es gewaltig. Dann hebt sich der Vorhang für einen
Lichtblick: am 3.Juli hat ein Stellvertreter der Bürgermeisterin den Auftrag
unterschrieben.

Finale und Applaus

Oder vielleicht erst, wenn die Abrissbirne ihr Werk beginnt ?
Ob Tragödie oder Komödie, dass möge jeder für sich selbst entscheiden.

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